Die Kosten für Pflege zu Hause hängen stark davon ab, welche Unterstützung gebraucht wird. Wenn Angehörige die Pflege überwiegend selbst übernehmen, entstehen oft weniger direkte Kosten, aber sehr wohl Zeitaufwand, Verdienstausfall, Belastung und organisatorische Arbeit. Wird ein ambulanter Pflegedienst eingebunden, entstehen pflegerische Kosten, die je nach Pflegegrad teilweise über Pflegesachleistungen abgerechnet werden können.
Ein wichtiger Unterschied besteht zwischen privat organisierter Pflege und professioneller Pflege. Pflegegeld wird ausgezahlt, wenn die Versorgung selbst sichergestellt wird. Pflegesachleistungen stehen zur Verfügung, wenn ein zugelassener Pflegedienst Leistungen erbringt. Bei der Kombinationsleistung werden beide Formen verbunden. Dadurch können Angehörige weiter eingebunden bleiben, während ein Pflegedienst bestimmte Aufgaben übernimmt.
Kosten entstehen außerdem für Haushaltshilfe, Betreuung, Fahrdienste, Essen auf Rädern, Hausnotruf, Hilfsmittel, Wohnraumanpassungen oder zusätzliche Entlastungsangebote. Manche Leistungen werden von der Pflegekasse übernommen oder bezuschusst, andere müssen ganz oder teilweise selbst bezahlt werden. Genau deshalb sollte nie nur gefragt werden, was Pflege kostet, sondern auch, welche Leistungen genutzt werden können.
Der Entlastungsbetrag kann helfen, bestimmte anerkannte Angebote zu finanzieren. Pflegehilfsmittel zum Verbrauch können monatlich übernommen werden. Technische Hilfsmittel werden je nach Bedarf gestellt oder bezuschusst. Für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen kann ein Zuschuss möglich sein, wenn die Maßnahme die Pflege zu Hause erleichtert oder Selbstständigkeit verbessert.
Beim Pflegedienst hängt der Eigenanteil davon ab, wie viele Einsätze vereinbart werden und wie hoch das verfügbare Budget ist. Wird das Budget der Pflegesachleistungen überschritten, müssen die Mehrkosten privat getragen werden. Deshalb ist ein Kostenvoranschlag wichtig. Er sollte klar zeigen, welche Leistungen geplant sind, wie oft sie erbracht werden und welche Kosten voraussichtlich entstehen.
Viele Familien unterschätzen Nebenkosten. Dazu gehören zum Beispiel zusätzliche Fahrten, Umbauten, Verbrauchsmaterial, Zuzahlungen, Betreuungslücken oder kurzfristige Ersatzpflege. Pflege zu Hause ist finanziell oft günstiger als stationäre Pflege, aber sie ist nicht automatisch kostenlos. Die Rechnung wird nur anders verteilt, gerne auch unsichtbar auf Angehörige, weil das offenbar als Tradition gilt.
Wer Pflege zu Hause plant, sollte eine Gesamtübersicht erstellen: vorhandener Pflegegrad, monatliche Leistungen, Bedarf an Pflegedienst, Entlastungsbetrag, Hilfsmittel, mögliche Zuschüsse und private Eigenkosten. Erst daraus ergibt sich ein realistisches Bild. Ohne Übersicht wirkt Pflege zunächst günstiger, bis die ersten Rechnungen und Belastungen gleichzeitig auftauchen.