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Welche Entlastung gibt es für pflegende Angehörige zu Hause?

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Pflegende Angehörige können verschiedene Entlastungsleistungen nutzen, wenn Pflege zu Hause organisiert wird. Dazu gehören der Entlastungsbetrag, Verhinderungspflege, Kurzzeitpflege, Tagespflege, ambulante Pflegedienste, Pflegekurse, Beratungsangebote, Hilfsmittel und unter bestimmten Voraussetzungen soziale Absicherung. Entscheidend ist, diese Möglichkeiten nicht erst zu prüfen, wenn die Belastung bereits zu groß geworden ist.

Der Entlastungsbetrag kann für anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag eingesetzt werden. Dazu zählen je nach Bundesland und Anbieter zum Beispiel Betreuung, Haushaltshilfe, Alltagsbegleitung oder Gruppenangebote. Wichtig ist, dass der Anbieter anerkannt ist, sonst kann die Pflegekasse die Erstattung ablehnen. Die Pflegekasse interessiert sich leider nicht dafür, ob Hilfe praktisch sinnvoll war, sondern zuerst dafür, ob sie formal passt.

Verhinderungspflege ist wichtig, wenn die private Pflegeperson vorübergehend ausfällt oder eine Pause braucht. Das kann wegen Urlaub, Krankheit, Terminen oder Erholung sein. Ersatzpflege kann durch Angehörige, Bekannte, Nachbarn oder professionelle Dienste organisiert werden. Je nach Konstellation gelten unterschiedliche Erstattungsregeln, weshalb Nachweise und vorherige Klärung sinnvoll sind.

Kurzzeitpflege kann helfen, wenn die Versorgung zu Hause vorübergehend nicht möglich ist. Die pflegebedürftige Person wird dann für begrenzte Zeit stationär versorgt. Das ist zum Beispiel nach Krankenhausaufenthalten, bei Krisen oder zur Entlastung der häuslichen Situation wichtig. Auch Tagespflege kann Angehörige deutlich entlasten, weil sie tagsüber Betreuung, Pflege und Struktur bietet.

Ein ambulanter Pflegedienst kann bestimmte Aufgaben regelmäßig übernehmen. Das entlastet Angehörige körperlich und zeitlich. Besonders sinnvoll ist das bei Körperpflege, Mobilisation, Inkontinenzversorgung oder Behandlungspflege. Auch wenn Angehörige weiterhin viel selbst leisten möchten, kann ein Pflegedienst feste Ankerpunkte im Alltag schaffen.

Pflegekurse und individuelle Schulungen sind ebenfalls hilfreich. Dort lernen Angehörige praktische Handgriffe, rückenschonendes Arbeiten, Umgang mit Hilfsmitteln und Verhalten in schwierigen Situationen. Viele wissen gar nicht, dass solche Angebote existieren. Offenbar muss man sich Unterstützung im Pflegesystem manchmal wie ein geheimes Level freischalten.

Entlastung bedeutet nicht, Verantwortung abzugeben. Entlastung bedeutet, Pflege so zu organisieren, dass sie dauerhaft tragfähig bleibt. Angehörige sollten deshalb regelmäßig prüfen, welche Aufgaben sie selbst leisten können, welche Unterstützung fehlt und welche Leistungen noch ungenutzt sind. Gute häusliche Pflege braucht nicht nur Einsatz, sondern auch Pausen, Planung und Hilfe von außen.